đŸ€ Persönliche Geschichte

Wie ich Allah zwischen WÀschebergen und Kinderchaos nÀher gekommen bin

Elf Uhr abends, ein WĂ€scheberg, ein mĂŒdes Herz

Ich falte WĂ€sche. Es ist spĂ€t, mein Kind schlĂ€ft endlich, und eigentlich sollte ich auch lĂ€ngst im Bett liegen. Stattdessen stehe ich am WĂ€scheberg, der sich ĂŒber den Tag aufgetĂŒrmt hat, und in meinem Kopf lĂ€uft eine Liste mit, die kein Ende zu haben scheint. Irgendwo dazwischen taucht dieser eine Gedanke wieder auf, der mich seit Monaten begleitet: Wann habe ich heute eigentlich an Allah gedacht?

Es war nicht das erste Mal, dass mich diese Frage abends erwischt hat. Und lange habe ich sie mit einem schlechten Gewissen beantwortet. Ich hatte mir SpiritualitĂ€t immer als etwas Ruhiges vorgestellt. Ein aufgerĂ€umtes Zuhause, ein stiller Morgen, Zeit fĂŒr Quran ohne Unterbrechung, ein Herz, das zur Ruhe kommt, bevor es sich Allah zuwendet. Dann wurde ich Mama, und mein Alltag sah plötzlich vollkommen anders aus.

Das Bild, das ich mir von einer guten Muslima gemacht hatte

Wenn ich ehrlich bin, hatte ich lange ein sehr genaues Bild davon im Kopf, wie eine spirituelle Frau aussieht. Geduldig, organisiert, ein ordentliches Zuhause, freiwillige Gebete, regelmĂ€ĂŸiges Quranlesen, ein Alltag, der irgendwie im Griff ist. Und dann schaute ich auf mein eigenes Leben, sah Chaos, MĂŒdigkeit und einen Tag, der von einer Aufgabe zur nĂ€chsten hastete, und dachte: Ich bin weit entfernt von diesem Bild.

Was mir damals nicht klar war: Dieses Bild hatte ich mir selbst gemacht. Nirgends steht geschrieben, dass NÀhe zu Allah nur in Stille entstehen darf. Ich hatte einfach angenommen, dass ich erst dann nÀherkommen kann, wenn mein Leben ruhiger geworden ist. Und genau auf diesen Moment habe ich gewartet, ohne zu merken, dass er mit kleinen Kindern einfach nicht kommt.

„Nicht das Vergessen macht uns fern von Allah, sondern ein Alltag, der so laut geworden ist, dass das Herz kaum hinterherkommt.“

Wenn die Sehnsucht bleibt, auch wenn die Zeit fehlt

Vielleicht kennst du dieses GefĂŒhl auch. Du liebst Allah, du möchtest Ihm nĂ€her sein, mehr Quran lesen, bewusster beten, deinem Kind den Islam nicht nur erklĂ€ren, sondern vorleben. Gleichzeitig bist du erschöpft, kĂŒmmerst dich um alles gleichzeitig und funktionierst oft einfach nur noch durch den Tag. Abends liegst du im Bett und fragst dich, warum du es wieder nicht geschafft hast, mehr fĂŒr dein Akhirah zu tun.

Ich glaube inzwischen, dass genau diese Sehnsucht selbst schon etwas bedeutet. Und lange dachte ich, die Lösung sei, noch mehr zu tun. Mehr lernen, mehr lesen, mehr schaffen. Dabei brauchte mein Herz gar nicht mehr Druck. Es brauchte Erinnerung.

Der Moment, in dem sich etwas verschoben hat

Der Wendepunkt kam nicht mit einer großen Entscheidung, sondern mit einer kleinen. Ich hörte auf, auf den ruhigen Moment zu warten, und begann stattdessen, Allah genau dort einzuladen, wo mein Leben tatsĂ€chlich stattfand. Beim WĂ€schefalten. Beim Kochen. WĂ€hrend ich mein Kind ins Bett brachte. Beim mĂŒden AufrĂ€umen der KĂŒche um zehn Uhr abends.

Ich begann wieder bewusst Bismillah zu sagen, bevor ich etwas anfing. Ich machte leise Dhikr, wĂ€hrend meine HĂ€nde mit etwas ganz anderem beschĂ€ftigt waren. Ich sprach kurze Duas zwischendurch, nicht nur nach dem Gebet, sondern mitten im Chaos. Mein Alltag wurde dadurch nicht leiser oder leichter. Aber er fĂŒhlte sich anders an. Bewusster. Ein StĂŒck nĂ€her an dem, wonach ich mich eigentlich sehnte.

Kleine Taten, die man leicht unterschÀtzt

Ich glaube, viele von uns unterschĂ€tzen, wie viel kleine Momente tatsĂ€chlich bewirken können. Wir denken, nur große VerĂ€nderungen zĂ€hlen wirklich. Aber vielleicht sind es gerade die kleinen, unscheinbaren Dinge, die unser Herz zurĂŒck zu Allah fĂŒhren. Ein ehrliches Alhamdulillah mitten im Stress. Eine Dua, wĂ€hrend das Kind endlich schlĂ€ft. Ein Gebet, das man trotz MĂŒdigkeit bewusst spricht, statt es einfach nur abzuhaken.

Diese Momente wirken klein. Aber sie summieren sich zu etwas, das ich heute Barakah im Alltag nennen wĂŒrde, nicht als großes Wort, sondern als spĂŒrbaren Unterschied darin, wie sich ein Tag anfĂŒhlt.

Ein Zuhause voller Barakah muss nicht aufgerÀumt sein

FrĂŒher dachte ich, ein islamisches Zuhause mĂŒsse irgendwie perfekt aussehen. Heute sehe ich das anders. Es ist ein Zuhause, in dem Allah erwĂ€hnt wird, auch mitten im Durcheinander. Ein Zuhause, in dem Kinder hören, wie ihre Mutter Bismillah sagt, bevor sie etwas anfĂ€ngt.

Unsere Kinder werden sich spĂ€ter wahrscheinlich nicht daran erinnern, ob die WĂ€sche sortiert war. Sie werden sich daran erinnern, wie sich Zuhause angefĂŒhlt hat. Ob dort Liebe war. Ob dort Allah einen Platz hatte, auch an den chaotischen Tagen.

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Vielleicht musst du nicht auf den ruhigen Moment warten

Vielleicht sitzt du gerade selbst zwischen WĂ€schebergen und Kinderchaos und fragst dich, ob du genug bist. Vielleicht wartest du auf den Moment, in dem dein Leben ruhiger wird. Ich habe lange genauso gewartet, und ich kann dir sagen: Dieser perfekte Moment kommt meistens nicht von selbst.

Die eigentliche VerĂ€nderung liegt nicht darin, dem Alltag zu entkommen, sondern Allah mitten hineinzulassen. Genau in deine MĂŒdigkeit. Genau in deine Verantwortung. Genau in dein echtes Leben als Mama, so wie es gerade ist.

„Vielleicht liegt die schönste NĂ€he zu Allah gar nicht außerhalb des Mama-Alltags, sondern genau in seiner Mitte.“

Zum Schluss

Vielleicht ist heute genau der Tag, an dem du damit beginnst. Nicht irgendwann spÀter, nicht erst, wenn es ruhiger wird, sondern genau jetzt, mitten in deinem ganz echten Alltag.

Jeder Dhikr zÀhlt. Jede Dua zÀhlt. Jede gute Absicht zÀhlt.

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